Arthrose  

Hufknorpelverknöcherung: Die Hufknorpel bilden im Huf, vereinfacht gesagt, eine Art Druckpolster, die den Huf bei Belastung auseinander drücken. Bei Entlastung geben sie wieder nach und der Hornschuh kann sich wieder zusammen ziehen. Arthrotische Veränderungen an diesem Knorpel können durch Fehlbelastungen, Fehlstellung der Hufe (insbes. Zwanghufe), Fehlstellungen der Gliedmaße, Überlastung, Fehlernährung etc. entstehen. Dabei animiert die Reizung den Körper mit vermehrter Durchblutung zu reagieren. Hält diese längere Zeit an, schießen kleinste Blutgefäße (Kapillare) in die ansonsten undurchbluteten Knorpel ein. Dadurch werden Mineralien dorthin transportiert und abgelagert und die Verknöcherung eingeleitet. Dieser Prozess ist äußerst schmerzhaft. Ist er irgendwann abgeschlossen, verschwindet der Schmerz wieder. Nun hat das Pferd einen typischen etwas harten Gang entwickelt.

Bei ganz frischen Diagnosen, die sich noch sehr im Anfangsstadium befinden, kann der Verknöcherungsprozeß unterbrochen und der Knorpel regeneriert werden. Hierfür bietet sich eine homöopathische Behandlung an.

Bei fortgeschrittenen Erkrankungen ist das Ziel die endgültige Verknöcherung. Diesen Prozess kann man z.B. mit Blutegeln sehr beschleunigen.

Hufrollenentzündung: Die Diagnose Hufrollenentzündung (Podotrochlose) wird häufig als endgültig angesehen, sie hat den Ruf, dass das Pferd nun unbrauchbar ist. Oft werden auch aufwändige Therapien bis hin zur Operation (Nervenschnitt / Neurektomie) durchgeführt. Die Enttäuschung der Reiter ist groß, wenn dies alles nicht genutzt hat, bzw. nach ein oder zwei Jahren die Lahmheit zurückkehrt.

Auch die Naturheilkunde kann bei dieser nekrotisch verlaufenden Krankheit keine Wunder bewirken, aber alle Verbesserungen im Zustand des Tieres sind echt, das heißt, dass eine echte Regeneration eingesetzt hat.

Für den Erfolg einer regenerativen Behandlung ist die Funktion des Hufmechanismus unabdingbar. Als Hufrolle bezeichnet man den Funktionskomplex von Strahlbein, tiefer Beugesehne und Schleimbeutel. An dieser Stelle wird die tiefe Beugesehne über das Strahlbein in Richtung Hufbein, wo sie ansetzt, umgelenkt. Der Schleimbeutel liefert die Schmiere für die gute Gleitfähigkeit. Die Entzündung entsteht, weil die Hufrolle nicht mit genügend Synovia (Gelenkschmiere) versorgt wird, dadurch entsteht Reibung. Die Sehne scheuert am Strahlbein, dieses entwickelt Unebenheiten, die die Sehne verletzen. Bei diesem Prozess werden mikrofeine Gewebeteilchen freigesetzt, die vom Organismus abtransportiert werden müssten. Zu diesem Zeitpunkt ist aber die Bewegung schon insoweit beeinträchtigt, dass der venöse Abfluss nur noch schleppend funktioniert. Also probiert der Körper die störenden Fasern an Ort und Stelle zu zerstören. Nun haben wir die Nekrose, im Prinzip eine Eiterung im Inneren.
Für die erfolgreiche Behandlung sollten als erste Maßname die Hufeisen entfernt werden und von einem erfahren Huftherapeuten so ausgeschnitten werden, dass die Hufrolle physiologisch richtig belastet wird. Jeder Versuch durch künstliches Umstellen, die Hufrolle zu entlasten, führt zu Fehlbelastungen in anderen Hufteilen oder den darüber liegenden Gelenken. Die natürliche Funktion ist die beste Unterstützung einer erfolgreichen Heilung.
Um eine erste und auch nachhaltige Entlastung zu erzielen benötigt man eine ausleitende Therapie, z.B. eine Blutegelbehandlung. Die Egel werden möglichst nahe dem Kronrand angesetzt und ziehen 1. das nekrotische Blut aus dem Huf nach oben, so dass es während der Nachblutung ablaufen kann, und sie sorgen durch ihren Speichel 2. für einen verbesserten venösen Abfluss, so dass die Entsorgung über den Gesamtstoffwechsel wieder hergestellt wird. 3. geben sie leicht antibiotisch wirkende Stoffe ins Blut, so dass die Nekrose zum Stillstand kommt. Begleitend und nachsorgend kommen die passenden Homöopathika zum Einsatz, die Ihr Therapeut immer auf den aktuellen Zustand Ihres Pferdes abstimmen wird.

An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, meine ganz persönliche Meinung zur Neurektomie darzustellen: Der Nervenschnitt nimmt dem Pferd das Gefühl im Huf. Wenn man sich nur mal verdeutlicht, wie feinfühlig ein barhuf laufendes Pferd auf kleinste Bodenunebenheiten und Steinchen reagiert, wird einem die Bedeutung dieser Tatsache erst bewusst. Das Pferd kann nach der Operation nur noch sehr schlecht unterschiedliche Untergründe ertasten, was für den Reiter (und natürlich für das Pferd) ein nicht unerhebliches Risiko darstellt. Deshalb plädiere ich dafür, nur solche Pferde zu operieren, die eine Podotrochlose im Endstadium (starke Gratbildung auf dem Strahlbein) haben und nicht mehr für Reitzwecke vorgesehen sind. Außerdem muss jedem betroffenen Pferdebesitzer klar sein, dass die Nerven Umleitungen entwickeln und nach einer gewissen Zeit, im Durchschnitt 2 Jahre, der Schmerz wiederkehrt. Darüber hinaus wird die Sehne, die über die Grate läuft, weiter aufgerieben und langfristig zerstört. Die Operation kann daher als lebensverlängernde Maßnahme, aber nicht als Heilung betrachtet werden. Wenn man seinem Pferd noch ein, zwei nette Jahre auf der Weide gönnen möchte, ist sie durchaus indiziert. Mehr sollte man sich, meiner Meinung nach, aber nicht davon erhoffen.
 

                                        Schale  

                                        Spat

                                        Kissing Spines


                                        HD (Hüftgelenksdysplasie)

                                        Schulterarthrose